Freitag, 4. September 2015

Lütticher Straße | Die Spur der Steine | Das Mordkreuz

Dieser Artikel bedarf heute - am 4. September 2015 - einer Ergänzung!

Während ich am 20. Mai 2015 zum Thema Mordkreuz an der Lütticher Straße Ecke Körnerstraße noch geschrieben hatte, daß mir die Person, die dieses Rätsel gelöst hatte, nicht bekannt sei ...

"Mein großes Kompliment und meinen herzlichen Dank dafür an diese mir leider unbekannte Person, auch wenn noch Fragen offen geblieben sind."

... habe ich heute von dem Herrn Kottmann vom Aachener Geschichtsverein e.V. (AGV) mitgeteilt bekommen, daß es der belgische Ex-Gendarm und Heimatforscher Albert Creutz aus Eupen gewesen ist, der akribisch an diesem "Fall" und weiteren ermittelt und recherchiert hat.

Die interessanten und profunden (Er-)-Kenntnisse zum Thema hat Herr Creutz im Jahre 2005 in seinem Buch

Gedenksteine und Wegekreuze im Grenzraum des oberen Göhltales: Spuren der Vergangenheit in Aachen-Sief-Walheim-Raeren-Eynatten-Hauset-Hergenrath


veröffentlicht.

Danke nochmal an dem nun bekannten "Ermittler" Albert Creutz und ebenfalls Danke an Herrn Kottmann vom Aachener Geschichtsverein.
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Ziemlich genau ein Jahr haben ich und viele andere Menschen, die sich für die kleinen und großen Geschichten der Lütticher Straße interessieren, damit verbracht, das Rätsel um das steinerne und stark verwitterte Kreuz an der Außenmauer des Jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße Ecke Körnerstraße zu lösen.


Während des Umbaus der Lütticher Straße auf dem Abschnitt Schanz bis Jüdischer Friedhof, war zu befürchten, daß im Zuge dessen auch dieses Kreuz verschwindet. Die Baustelle ging bis auf wenige Zentimeter an dieses (nun gelöste) Rätsel der Aachener Geschichte auf der Lütticher Straße heran.


In den Sommermonaten oft sehr zugewuchert und während der Baustelle vergangenes Jahr rundherum mit Glasflaschen "dekoriert", weil die Glas-Container, die sonst einige Meter daneben standen, zeitweise umgesetzt worden waren.


Mittlerweile sieht es dort wieder einigermaßen ordentlich aus. 

Allerdings sollte man den Strauch mal ab und zu stutzen ...


 ... oder eine kleine steinerne Umrandung drum herum anlegen.

Nicht nur ich würde dafür auch ein paar Euros springen lassen.


Weil so sieht das ja nicht gerade würdig aus, für eine vor 336 Jahren gemeuchelte Seele ...


Für die verwegene Idee, an dieser Stelle möglicherweise eine kleine Informations- bzw. Gedenktafel anzubringen, würde ich sogar ein paar Euro mehr springen lassen.


Und Informationen zu diesem Kreuz gibt es nun einige, wofür es sich lohnen täte, eine derartige kleine Tafel anzubringen.

Während das folgende erste pdf.Dokument noch lediglich von einem Wegekreuz bzw. Blausteinkreuz ohne Sockel und einer unlesbaren, weil verwitterten Inschrift auf der Frontseite spricht ...

Auszug Kleindenkmäler der Stadt Aachen Lütticher Straße

... sind auf dem zweiten pdf.Dokument dann die lange erhofften Details zu finden.

 Auszug Gedenksteine und Wegekreuze Lütticher Straße

Es handelt sich um einen alten Mordstein (Mordsteinkreuz) an der Außenmauer des Jüdischen Friedhofs zu Aachen, der zum Gedenken an den am 29. Oktober 1679 vermutlich in der näheren Umgebung ermordeten DAVID LEGRAND HENRI erinnern soll.

Die Hintergründe zu solchen Mordsteinkreuzen findet man hier.

Da ist es doch tatsächlich jemanden gelungen, diese fast vollständig durch die Witterungen der Jahrhunderte hinweg verblichene Schrift auf dem Steinkreuz nicht nur - trotz aller "Kniffeligkeiten" - zu entziffern, sondern auch weitere, teils länderübergreifende akribische Recherchen zu betreiben, die das Schicksal dieses Opfers einer vermutlichen Raubtat von vor 336 Jahren zu erhellen vermögen.

Mein großes Kompliment und meinen herzlichen Dank dafür an diese mir leider unbekannte Person, auch wenn noch Fragen offen geblieben sind. (Siehe hierzu editorische Ergänzung am Beginn des Artikels)

Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei der hilfsbereiten Frau Kreuder vom Fachbereich 61 |Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen | Abteilung Denkmalpflege und Archäologie der Stadt Aachen, die mir diese pdf.Dokumente zugesandt hat.

Auch gilt mein Dank dem Herrn Hintz, der ebenfalls an diesem "Fall" gearbeitet hat, sowie dem  Herrn Körfer, der mir einige male die richtige "Richtung" gezeigt hat, wo ich "stöbern" sollte ...
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Nicht direkt auf der Lütticher Straße aber in unmittelbarster Nähe zu ihr befinden sich noch zwei weitere Steine mit Inschriften, die Fragen aufwerfen.

Da wäre zum einen dieser Brocken, der sich auf dem Brüsseler Ring schräg gegenüber des Tennisclubs Grün-Weiss ca. in Höhe der Hausnummer 99 oder so befindet. Also hier etwa!



Weiß wer, was diese Inschrift bedeutet?  Die Jahreszahl krieg ich hin. MCMXCIV bedeutet 1994. Aber der Rest ist mir ein Rätsel ...


Der andere Stein befindet sich auf dem Wanderpfad zwischen dem Amsterdamer Ring zum Gut Hasselholz genau an der Wegekreuzung, wo sich der Hanbrucher Weg und der Kronenberger Weg (beides Wanderwege) kreuzen auf dem Zugang zur Bio-Wiese am Johannisbach. Also hier!



 Oben steht "Volkes xxxxxxx" und unten steht "11.7.1920  - 11.7.1960".



Diese obigen Aufnahmen habe ich am 28. Juli 2010 gemacht. 

Mittlerweile hat der Zahn der Zeit (aufgenommen am 30. April 2015) auch hier einiges abgeschliffen.


Na schauen wir mal, was da so geht ...

Adieda

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