Montag, 8. Juni 2015

Die Lütticher Straße | 2. Teil

Wie bereits vor einigen Tagen im Beitrag

Die Aachener Vintage Lounge in eigener Sache

angekündigt, werde ich die Texte zur Aachener Geschichte, sofern sie eher historischer Art oder anekdotischer Natur sind, vom Katzentisch in die Vintage-Lounge kopieren, sie dort allerdings auch weiterhin belassen.

Den Beitrag  Die Lütticher Straße | 2. Teil hatte ich bereits am 14. Oktober 2014 auf dem Katzentisch veröffentlicht.
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War ja irgendwie schon vorher abzusehen ...!

Fang ich einmal an damit, - komm´ ich nicht mehr los davon … :-)

War zu Beginn meiner Recherchen über diese Straße kaum etwas ins Netz der Informations-Abschöpfung von Anwohnern und Geschäftsleuten gelangt, strömten nur wenige Tage später die Erinnerungen mannigfach.

Es ist, als ob man mit einem Schöpf-Köcher an der Oberfläche der einzelnen Gedächtnisse einen Strudel ausgelöst hätte, der nun in den Tiefen dieser Gedächtnisse einen kollektiven Auftrieb längst vergessener Erinnerungen zu Tage bringt.

Dadurch wir die Webdichte des Teppichs der Erinnerungen zu den Geschichten dieser Straße natürlich immer enger geknüpft.

Das ist sehr erfreulich und jetzt erinnern sich einige Bürgerinnen und Bürger dieser Straße auch wieder daran, daß in den Tiefen ihrer Schränke und Keller auch noch Photos und andere Pretiosen zur Geschichte ihrer Straße schlummern (müßten).

Nun beginnen sie zu suchen ...

Dafür bedanke ich mich schon mal ganz herzlich bei allen.


Dies macht natürlich auch einen umfangreichen Nachtrag  zum Beitrag



Die Lütticher Straße | Von der Schanz bis Jüdischen Friedhof | Teil 1


erforderlich.

Außerdem werde ich demnächst das Konzept meiner Vorgehensweise neu überdenken und zukünftig nicht mehr ganze Straßenabschnitte bearbeiten, sondern einzelne Teilabschnitte, Gebäude, Einrichtungen unterschiedlichster Arten sowie Personen oder Familien vorstellen, die damit verbunden sind.


Zu etlichem, was ich im 1. Teil geschrieben habe, gibt es mittlerweile Ergänzungen, detailliertere Hintergrundinformationen und viele kleine Ameröllchen sowie noch nie veröffentlichte Photo-Aufnahmen aus vergangenen Zeiten.

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Wo heute die Firma Klüttermann Markisen ihren Qualitätsbetrieb im Haus mit der Nummer 6 hat, befand sich bis November 1990 das Lebensmittelgeschäft der Familie Brab-Zimmermann.




Es gibt von diesem Haus und dem Geschäft wunderbares Bildmaterial aus den Jahren 1947, den 60´igern, aus 1962 und vom letzten Verkaufstag am 11. November 1990, das mir freundlicherweise vom Sohn der Familie Brab-Zimmermann - dem Optiker Franz Zimmermann - zur Veröffentlichung überlassen worden ist.

Ich bedanke mich dafür. Sämtliche Eigentums- und Verwertungsrechte verbleiben selbstverständlich bei ihm.

Das folgende Bild ist 1947 aufgenommen worden. Das Gebäude Lütticher Straße 6 war eines der ersten, welches von den Großeltern, den Eltern und Angehörigen wieder aufgebaut worden war.
Links und rechts vom Haus standen nur noch die Reste der Ruinen aus den Kämpfen des II.Weltkrieges.
 
Die Toreinfahrt ist heute noch immer die selbe, wie damals.


In den weitläufigen Hof- und Gartenbereichen dieses und der angrenzenden Häuser, die sich bis zu den Hausrückwänden an der Straße Im Johannisthal erstreckten, gab es früher Wiesenflächen und Weiden, auf denen Kühe und Kleinvieh gehalten wurden.

Es folgt eine Aufnahme aus den Sechzigern, die zwar nicht in der Lütticher Straße gemacht worden ist aber in nahem Bezug zu ihr steht.



Darauf zu sehen sind ein Gespann mit Kutsche und dem Kaltblüter ´Hans´ auf dem Gelände einer zu jener Zeit großzügig angelegten Gemüseanbaufläche an der Bleiberger Straße. Im Hintergrund ist die Güter-Bahntrasse der Montzenroute von Aachen durch den Gemmenicher Tunnel nach dem belgischen Montzen-Gare zu erkennen.

Auf diesem Gelände unterhielt die Familie Zimmermann einen Gemüseanbau. Die dort geerntete Ware wurde im Geschäft auf der Lütticher Straße verkauft. Heute sind diese Flächen weitestgehend bebaut.

Mit diesem Pferdegespann haben die Großeltern und Eltern der Zimmermanns nach dem Krieg auch die Trümmer aus der Lütticher Straße weg transportiert.

Die Automarke im Hintergrund kann ich nicht sicher bestimmen. Vielleicht ein alter Opel Rekord?

Das nächste Bild zeigt das Ladeninnere und den Verkaufstresen im Lebensmittelgeschäft, wo es auch Haushaltswaren aller Art zu kaufen gab.

Eines der schönsten Bilder aus der Sammlung zu diesem Laden, welches 1962 nach einer umfangreichen Modernisierung des Verkaufsraums aufgenommen worden ist.



Die vielen Blumen auf der Theke und auf dem Regal scheinen Gratulations-Presente zu sein und eine zu Recht stolze Frau Brab-Zimmermann überschaut das Geschäft.

Rechts hinter dem Tresen mit dem Spielzeug-LKW und offenem Schnürsenkel ist der etwa vier Jahre alte Sohn zu sehen, der heute ein gut sortiertes und qualifiziert geführtes Optiker-Fachgeschäft in Aachen leitet.

Am 11. November 1990 war dann leider der letzte Verkaufstag in diesem seit 40 Jahren bestehenden Kaufmannsladen.




Hinter der Verkaufstheke bedient Herr Brab-Zimmermann senior die Kunden. Viele der heutigen Anwohner der Straße können sich noch gut an ihn erinnern. Er war ein beliebter Mann und hatte häufig einen lustigen Spruch für seine Kundschaft drauf.

Eine Außenaufnahme des Geschäfts vom 11. November 1990 mit einer Auswahl des reichhaltigen Warenangebots des Obst- und Gemüsehändlers.



Auf den beiden roten Tafeln die im Schaufenster hängen, steht geschrieben:

"Danke sagen wir allen Kunden für 40 Jahre Freundschaft und Vertrauen" 
und

"Wir schließen am 11.11 1990"

Damit verschwand wieder ein gutes Stück des alten Aachen und soll mit diesem Aufsatz unvergessen bleiben.

Anschließend befand sich in den Räumen von 1991 bis 1996 ein Blumengeschäft. 


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Ach ja! Ich hab den Baummenschen wiedergefunden.

 

Er wurde mit äußerster Vorsicht unter Anleitung des für diesen Straßenabschnitt zuständigen Baupoliers - auch Schachtmeister genannt - von seinem Sockel entfernt und an einem hoffentlich sicheren Ort verbracht.

Diese Auskunft habe ich vom Herrn Goldhausen erhalten, der sozusagen einer der vielen lebenden „Gedächtnisse“ dieser Straße ist.

Über den weiteren Verbleib der Schnitzarbeit war bis dato nichts sicher bekannt. Nun hab ich ihn wiedergefunden ...

Er befindet sich in einem Haus nahe seines früheren Standortes in den Räumen eines Geschäftsbetriebs und es bleibt zu hoffen, daß er nach Abschluss der Bauarbeiten der geneigten Öffentlichkeit wieder zugänglich oder sichtbar gemacht wird.


Was steckt eigentlich hinter der Geschichte zu diesem Baumstumpen?

Irgendwann im Sommer 2005 wurde dieser Baum nach einem Unfallschaden aus Sicherheitsgründen von den Aachener Stadtbetrieben gefällt. Ein etwa 1 bis 1,50 Meter hoher Stumpf blieb stehen.

Es war in der Adventszeit 2005 als dieser Stumpf des Baumes plötzlich von einer Plane umgeben war, hinter der sich ein künstlerisch begabter Anwohner und Geschäftsmann der Straße, dran zu schaffen machte.

Nachfragen der Anwohner nach dem Treiben hinter der Plane beantwortet der bei vielen bekannte Mann mit „Das wird eine Überraschung.“

Da seine Tun ohne Genehmigung der städtischen Behörden stattfand, bat er auch darum, niemandem zu sagen, wer er sei.   Kurz vor Weihnachten 2005 waren seine Arbeiten beendet, die Plane wurde weggezogen und die verblüfften Anwohner und Geschäftsleute waren von dem Werk begeistert.

Nur etwa ein gutes Jahr später zog der „unbekannte“ Holzschnitt-Künstler aus der Lütticher Straße weg.

Viele Bewohner der Straße würden sich sehr darüber freuen, wenn dieser Baummensch wieder öffentlich sichtbar wäre.

 
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Wie mache ich hier weiter? Im nächsten Teil werde ich etwas zu den letzten Tagen der Straßenbahn auf der Lütticher Straße schreiben und ein paar Worte zu dem napoleonischen Sommerweg aus der Zeit des napoleonischen Kaiserreichs in Aachen verlieren, der auf einem kleinen Abschnitt der Straße noch immer vorhanden ist aber dessen Herkunft und Bedeutung fast völlig in Vergessenheit geraten sind.


 

Auch dieses Relikt aus der Aachener Geschichte wird vermutlich bald verschwinden ...

Kommentare:

  1. Vielen, lieben Dank für diesen tollen Bericht ! Meine Großmutter hat Jahrzehnte in der Lütticher Str 11 gewohnt. Es verging fast kein Tag, an welchem wir nicht dort einkaufen gingen. Ich habe das Ehepaar Zimmermann in sehr lieber Erinnerung behalten!

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  2. Vielen, lieben Dank für diesen tollen Bericht ! Meine Großmutter hat Jahrzehnte in der Lütticher Str 11 gewohnt. Es verging fast kein Tag, an welchem wir nicht dort einkaufen gingen. Ich habe das Ehepaar Zimmermann in sehr lieber Erinnerung behalten! Tanja Förster

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  3. Gern geschehen, Frau Förster. Es freut mich, daß Ihnen dieser Artikel gefallen hat.

    Ich werde dem Sohn der Familie Zimmermann (dem Optiker Franz Zimmermann) über ihren netten Kommentar berichten.

    Beste Grüße Peer van Daalen

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  4. Ich bin füher mit meiner Oma, die dort regelmäßig eingekauft hat, bei Brab gewesen. Kann mich noch gut erinnern. Meine Oma wohnte An der Schanz, und der Hof des Hauses grenzte an das Grundstück von Brab. Dort habe ich regelmäßig die Hühner von Brab mit altem Brot gefüttert,

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